Nikolas Theilgaards Kunst ist die sinnlich konkrete und gleichzeitig reflektierte
Auseinandersetzung mit den Aporien, in die das Anschauliche gerät, wenn die Welt
als solche abstrakter wird. Es geht ihm dabei um eine Aneignung von Welt, die sich
zunächst auf eine behutsame Weise den sichtbaren Oberflächen zuwendet, diese
fixiert und freistellt, um die gleichsam miterfassten Tiefen des Raumes und der Zeit
auszuloten. Hierzu bedient sich der Künstler zweier unterschiedlicher Medien, die auf
den ersten Blick wenig miteinander gemein zu haben scheinen: der Fotografie und der
Zeichnung. Es geht ihm jedoch nicht um den Gegensatz zwischen derâ Wiedergabe von
Tatsachen, Dingen und Landschaften und der konzeptuellen Aneignung von Wirklichkeit,
nicht um unterschiedliche Arten der Wahrnehmung von Welt, sondern um zwei verschiedene
Methoden, die Welt zum Bild zu machen. Auf der einen Seite das Bild als ein gerahmtes
Fenster, dem wir unser Auge zuwenden, und auf der anderen Seite das Bild, das an die
Stelle des Auges tritt und dadurch den Rahmen und unseren Standpunkt unbestimmt lässt.